Feedback Eltern & Schüler
Vor einiger Zeit wurde an meiner Schule eine einmalige Herzuntersuchung durchgeführt, die von der Stiftung Nicolas May organisiert wurde. Dabei hatten alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihr Herz kostenlos untersuchen zu lassen. Die Untersuchung bestand aus mehreren Teilen,
unter anderem aus Blutdruckmessungen, einem EKG sowie einem kurzen Belastungstest. Beim Belastungstest mussten wir zum Beispiel Treppen laufen,
damit die Ärztinnen und Ärzte sehen konnten, wie das Herz unter Anstrengung arbeitet.
Ich habe an dieser Untersuchung teilgenommen, ohne zu erwarten, dass dabei etwas Auffälliges entdeckt wird.
Zu meiner Überraschung wurde bei mir jedoch das sogenannte WPW-Syndrom festgestellt. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche elektrische Leitungsbahn im Herzen, die manchmal zu Herzrhythmusstörungen führen kann. In meinem Fall ist das Syndrom jedoch aktuell nicht akut und verursacht keine Beschwerden.
Trotzdem wird mein Herz seitdem regelmäßig kontrolliert, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Einmal im Jahr gehe ich dafür in ein Krankenhaus zu einer Untersuchung. Dort wird unter anderem ein kurzes Belastungs-EKG durchgeführt,
bei dem überprüft wird, wie mein Herz auf körperliche Belastung reagiert.
Falls sich dabei Veränderungen zeigen sollten, könnte ein kurzer medizinischer Eingriff notwendig sein, um die zusätzliche Leitungsbahn zu behandeln.
Wenn alles unauffällig bleibt, wird die jährliche Kontrolle einfach fortgesetzt.
Rückblickend bin ich sehr froh, dass diese Untersuchung an meiner Schule angeboten wurde.
Ohne diese Aktion wäre das WPW-Syndrom wahrscheinlich unentdeckt geblieben.
Die Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen sein können, auch wenn man sich eigentlich gesund fühlt.
Wie „Hand aufs Herz“ unserem Kind geholfen hat
Vor nicht allzu langer Zeit hätte ich Ihnen gesagt:
Mein Kind ist gesund, fröhlich, aktiv, sportlich.
Ein Kind, das lacht, sich bewegt und voller Energie ist.
Ein Kind, bei dem niemand vermutet hätte, dass mit dem Herzen etwas nicht stimmt.
Wir haben nichts gemerkt, keine eindeutigen Beschwerden, keine Schmerzen.
Kein Warnsignal, das uns hätte ahnen lassen, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Und trotzdem hatte unser Kind einen Herzfehler.
Entdeckt wurde er nicht, weil wir gezielt danach gesucht hätten.
Entdeckt wurde er durch das Schulprojekt „Hand aufs Herz“ der Nicolas-May-Stiftung.
Ohne diese Untersuchung hätten wir von dem Herzfehler unseres Kindes nichts gewusst.
Diesen Satz muss man sich wirklich bewusst machen.
Ohne dieses Projekt wäre die Erkrankung bei unserem Kind vermutlich unentdeckt geblieben.
Denn manche Herzfehler verursachen lange Zeit kaum oder gar keine spürbaren Symptome. Kinder
wirken gesund, sind aktiv und haben dennoch bereits eine Belastung am Herzen, die niemand sieht.
Bei unserem Kind war es genau so. Es wurde ein etwa ein Euro großes Loch im Herzen entdeckt.
Ein Befund, den wir niemals vermutet hätten.Ein Befund, der gesundheitliche Folgen hätte haben können,
wenn er nicht rechtzeitig erkannt worden wäre.
Unser Kind wurde behandelt. Der Eingriff war klein. Die Wirkung für unser Kind und für uns als Familie war riesig.
Am Tag nach der OP sah mich mein Kind mit großen Augen an und sagte:
„Mama, ich kann jetzt richtig atmen!“
Diesen Moment werde ich nie vergessen.
Denn in diesem einen Satz lag alles:
die Erleichterung,
die Dankbarkeit,
aber auch die Erkenntnis,
wie knapp wir vielleicht an etwas vorbeigegangen sind, das wir nie erkannt hätten.
Und genau deshalb schreibe ich Ihnen.
Die Nicolas-May-Stiftung tut nicht einfach nur etwas Gutes.
Sie schafft die Chance, dass Herzfehler bei Kindern früh erkannt werden, bevor etwas Schlimmeres
passiert. Ich kann Ihnen nicht sagen, welches Kind als Nächstes betroffen sein wird.